Mein historischer Rundgang durch den Museumshof Rahden

Seit letztem Jahr befinde ich mich in einer Ausbildung bei der DümmerWeserLand Touristik. Während dieser bekam ich schon viele spannende und kreative Aufgaben. Aber auf eine freute ich mich besonders: Esthers Ferientipps 2020. Bereits die Auszubildenden vor mir berichteten über sehenswerte Orte der Region und nun darf auch ich ein Teil dieser Reihe sein.

Während meiner bisherigen Ferientipps war es eher etwas actionreicher. Heute möchte ich meine Geschichtskenntnisse ein wenig auffrischen und mir den Museumshof in Rahden mal etwas genauer anschauen. Alles was ich bis dato wusste, war, dass der Museumshof ein altes Bauerngehöft ist, welches die Lebensweise des 19. Jahrhunderts widerspiegelt (nicht wirklich viel also). Nichts wie hin, dachte ich mir schließlich – am besten mit dem Auto! Der Hof war wirklich einfach zu finden, da er sehr gut ausgeschildert ist. Auf dem Gelände angekommen, stellte ich fest, wie groß dieses doch ist. Gut für mich, dachte ich, so kann ich mehr Geschichtliches erfahren! Beim Eingang und der Kasse angekommen, bezahlte ich und Frau Gutjar, vom Museumshof, erklärte sich spontan bereit, mir den Hof  zu zeigen. Es fing an mit der Burgruine Rahdens, die man vom Eingangsbereich sehr gut betrachten konnte. Leider ist die Burg, die einen beachtlichen Gebäudekomplex gebildet hat, nicht mehr erhalten. So bekommen Besucher heute nur noch die Ruine zu sehen (dennoch sehenswert!). Als nächstes wurde mir das sogenannte Kleinfeld am Lütken Hus gezeigt. Hier sind unter anderem viele verschiedene Kartoffelsorten, Schwarzhafer und Tabak vorzufinden. Anschließend ging es für mich in das eigentliche Lütke Hus oder auch Heuerlingshaus genannt. Viele Geräte zur Flachsverarbeitung und Leinenerzeugung werden hier ausgestellt. Besonders interessant fand ich die verschiedenen Mützentypen für die Frau. Die Mützen wurden nach Anlass, Familienstand und Alter entsprechend ausgewählt (heutzutage gar nicht mehr denkbar). Im Obergeschoss des Hauses befinden sich ein Seminarraum und ein Bereich zum Spinnen und Weben. Auf dem Hof kamen wir noch an einem Schafstall und einem Schäferkarren, in welchem der Schäfer damals geschlafen hat, vorbei. Habt Ihr schon mal gesehen, wie ein Schäfer so geschlafen hat? Für mich war das ein total cooler Einblick! Auch die Wagenremise als Unterstellplatz für Wagen und Wirtschaftsgeräte, die Rossmühle, welche damals mit Pferdekraft betrieben wurde (krass oder?), das Haupthaus und der Bauerngarten waren Anlaufpunkte unseres Besuches. Das Haupthaus ist meiner Meinung nach eines der spannendsten Gebäude auf dem Hof.  Betritt man das historische Gemäuer, so bemerkt man schnell die Kälte, die einen überströmt. In der Deele, mit Herdstelle und einem Esstisch wurde mir schnell klar, wie gut wir es heute haben. Eine Heizung und im Winter der Kamin, um uns warm zu halten - dass es sowas jemals geben wird, war damals vermutlich unvorstellbar! Im Haupthaus sind noch eine Altenkammer, eine Wirtschaftsecke und eine Stube untergebracht. Wieder draußen angekommen, sah ich mir noch das Backhaus, den Ziehbrunnen und den Bauerngarten an. Der idyllische Bauerngarten befindet sich gleich hinter dem Haupthaus und ist bekannt dafür, dass jede Pflanze einen bestimmten Platz hat. Übrigens: Auf dem Museumshof finden immer wieder tolle Aktionstage statt, u.a. die bekannten Mahl- und Backtage, die coronabedingt dieses Jahr leider ausfallen.
Mein Fazit: Der Museumshof Rahden gefällt mir sehr gut. Hinter den verschiedenen Gebäuden steckt eine Geschichte, welche die Lebensweise des 19. Jahrhunderts unglaublich gut widerspiegelt.

Mehr Informationen:
Museumshof Rahden
Museumshof 1
32369 Rahden
www.museumshof-rahden.de

Danke für Ihre Empfehlung

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